Die Leipziger Buchmesse ist ein Erlebnis. Man kann es nicht anders sagen. Nirgends trifft man mehr nette Leute und fühlt sich zugleich heimisch wie an diesem Ort. Doch dazu später mehr.
Fotos gibt es ab morgen in meiner Galerie. Also, wer gerne die Fotos zu dem unten geschrieben sehen möchte, kann sich durch das Album Leipziger Buchmesse 2011 klicken.
Am Donnerstag morgen um 8:06 Uhr brach ich von zu Hause auf. Die Nacht zuvor war schon grausam, denn ich wusste, dass ich eine Menge alte Bekannte wiedertreffen würde. Und wie es nun mal so ist, ich konnte nicht schlafen.
Die Bahnfahrt verlief ohne Probleme, ich kam sogar pünktlich in Leipzig an. Als erstes musste ich feststellen, was für ein nettes Volk die Leipziger doch sind. Die Männer helfen einem beim Koffer-die-Treppe-runtertragen und auch sonst sind sie echt zuvorkommend.
Nachdem ich eingecheckt hatte, wollte ich aber unbeding noch auf die Messe. Um 15:30 Uhr traf ich auch endlich ein. Schnell den Fachbesuchereingang gesucht, in Halle 5 statt Halle 2 gelandet, aber dann...
Endlich traf ich am Werkzeugsstand ein. Es war, als ob man nach Hause kommt. Jeder begrüßt ein freudig (okay, es ist besser, als wenn man nach Hause kommt), es werden herzliche Umarmungen ausgetauscht... und auf einmal habe ich einen roten VIP-Ausweis um den Hals. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich war. Ich durfte in die Autorenlounge von
WERKZEUGS! Bis ich das verkraftet habe, war die Messe auch schon beinahe für den Tag vorbei. Man verquatscht sich ja immer sehr schnell.
Schnell noch einmal Hallo beim Verlag gesagt und dann zurück ins Hotel. Für die erste Nacht war ich noch alleine in dem Apart-Hotel in Leipzig. Eigentlich ein ganz passables Hotel, wenn man dort nur übernachtet. Aber wenn man den Gang zum Zimmer entlang geht, fühlt man sich wie in einer Nervenheilanstalt. Vielen Dank an
Carsten Steenbergen, der mir diesen Tipp gegeben hat. ;-)
Da ich noch Hunger hatte, es aber bereits nach 20 Uhr war, blieb mir nur die Kellerkneipe des Hotels, um noch etwas essbares aufzutreiben. Den ganzen Abend von Keksen zu überleben wollte ich gar nicht erst versuchen.
Nachdem sich rausstellte, dass ich scheinbar die einzige Frau im Hotel war, die sich dort runtertraute, wurde ich auch gleich an den Tisch von zwei netten Herren eingeladen. Wir haben uns über das Schreiben, Physik und Geschichte unterhalten und obwohl es manchmal schwer war die Herren zu verstehen aufgrund der beiden einschlägigen A's (Akzent und Alkohol), habe ich mich doch sehr über das Gespräch gefreut. Kurz vor Mitternacht habe ich dann mein Kopfkissen begrüßt.
Tag 2 begann mit einem entspannten Frühstück und einer zeitigen Abreise zur LBM. Ich beschloss vom Leipziger Hauptbahnhof die Straßenbahn zur Messe zu nehmen. Schlechte Wahl. Die ersten Cos-Player kamen bereits an, es wurde brechend voll. An einen Sitzplatz war gar nicht mehr zu denken. Dennoch kommt man ja seltsamerweise gesund und munter am Ziel an. Als erstes schaute ich bei meinem Verlag vorbei. Wir haben uns nett unterhalten. Ich habe Frau Meier endlich einmal persönlich kennengelernt. Um 12 Uhr hatte ich dann einen Termin mit der Agentur Schmidt&Abrahams. Ich habe mich sehr nett mit den dreien unterhalten. Auch wenn der Ausgang des Gesprächs nur halbpositiv für mich war. Für mein derzeitiges Projekt "Atlaya" ist die Vorlaufzeit für eine Agentur zu knapp. Aber ich darf mich gerne wieder mit einem anderen Projekt bewerben. Das braucht man mir nicht zweimal zu sagen. Doch auch dazu später mehr.
Zwischendurch wurden mir die Veranstalter von LAARP TV vorgestellt. Ich freue mich schon darauf mit ihnen zusammen beim fantastischen Quartett mitzumachen. Eine einstündige Show mit vier Autoren, die Fragen zum Schreiben und ähnlichem beantworten.
Um 13:40 Uhr sollte es ein Treffen von einigen Tintenzirklern geben, dem Fantasyforum für Autoren. Josephina habe ich auf Anhieb auch gefunden, aber eigentlich hatten sich noch 2 weitere angekündigt. Da wir nicht ewig warten wollten, haben wir beschlossen offensiv zu suchen. Ein Blatt Papier und einen Stift aufzutreiben war für zwei junge Autorinnen nicht so schwer. Rasch war das Wort TINTENZIRKEL draufgeschrieben und so standen wir da. Abgesehen von einigen merkwürdigen Blicken, wurden wir diverse Male angesprochen, was nachher sogar zu einem Interview für eine Schülerzeitung führte. Im Nachhinein betrachtet, wäre das die ideale Möglichkeit für einen Flashmop gewesen. So hätten wir sicher unsere Bekannten getroffen.
Nachdem das Treffen vorbei war, habe ich beschlossen, mein Glück bei den Verlagen direkt zu versuchen. Bei zweien habe ich mich sehr nett unterhalten. Beide zeigten bereits erstes zaghaftes Interesse. Also heißt es jetzt Daumen drücken.
Den Rest des Tages verbrachte ich in der Autorenlounge bei WERKZEUGS, habe mich mit
Aileen P. Roberts,
Thilo Corzilius und
Bernd Perplies unterhalten. Es war ein entspannter Nachmittag, der damit endete, dass Aileen und ich totmüde und viel zu früh ins Hotel gefahren sind.
Tag 3 trafen wir die Jungs von Steamtown (
Tom Orgel und Stephan Orgel) im Hotelfrühstücksraum. Zumindest musste Carsten nur ein wenig unter den Sticheleien aufgrund der verfehlten Hotelwahl leiden. Die Menschenmassen, die die LBM an diesem Tag stürmten, kann man gar nicht erfassen. Cos-Player, wohin man sah. Aber erstaunlicherweise auch eine Menge Familien. Es war beinahe unmöglich sich vorwärts zu bewegen. Als Beispiel: Toilettengang gegen 13:30 Uhr in Halle 2. Der Weg zur Toilette hat ca. 10 Minuten in Anspruch genommen, während das eigentlich anstehen noch einmal etwa 15 Minuten betrug. Und wir durften auf die Ausstellertoilette!!!
Zu meiner eigenen Sicherheit habe ich den Rest des Tages in der Autorenlounge verbracht. Ich habe mich nur zur Lesung von Aileen um 16:30 Uhr rausgetraut, um ein paar Fotos zu machen. Doch dafür wurde ich mit extrem sympathischen neuen Bekanntschaften, wie dem Marcel von der Deutschen Tolkiengesellschaft oder der Autorin Olga Krouk entlohnt, die wie ich inzwischen weiß, gar nicht so weit weg von mir wohnt. Außerdem habe ich
Gesa Schwartz wiedergetroffen. Wie immer ein Erlebnis. *verneig*
Da Aileen erst zu einer Kurzgeschichtenlesung musste und im Anschluss noch zu einem Agenturessen eingeladen war, blieb mir nur erneut der einsame Weg ins Hotel. Ja, Mitleid ist jetzt angebracht.
Doch dafür konnte ich die Zeit effektiv nutzen, die ich dort verbracht habe. Wir erinnern uns an das gestrige Gespräch mit der Agentur S&A. Wie gesagt, man sollte mir nicht erzählen, dass ich mich mit anderen Projekten bewerben darf.
Ich saß also auf meinem Bett, Zettel und Stift parat und begann eine Idee, die mir schon länger im Kopf stromerte in ein Setting zu packen. Es ging auch 8 Kapitel lang gut. Der Zettelberg um mich herum wuchs an. Ich hatte die Hauptcharaktere bereits, da sprang ich ohne zu überlegen in ein Plotloch.
Weder Duschen noch Fernsehen konnte mich an diesem Abend daraus befreien. Ich war gefangen.Irgendwann um 2 Uhr trudelte Aileen dann im Hotel ein.
Tag 4 brachte mir aber die Erlösung. Nachdem Aileen Kraft getankt hatte, konnten wir noch vor dem Eintreffen auf der LBM das Plotloch stopfen und mich vorher da rausziehen. Ich war glücklich. Am liebsten wäre ich im Kreis gesprungen und hätte jeden geknuddelt.
Stattdessen habe ich mich um die Mittagszeit hinter den Werkzeugsstand gesetzt, mir Musik auf die Ohren gehauen und die restlichen 7 Kapitel geplottet. Dank den wie immer fröhlichen und extrem inspirierenden Gesprächen mit Elke und Maik von
Manticor Illustrations habe ich auch noch ein paar coole Anregungen für das Setting bekommen. Mein spezieller Dank geht an Maik, der mir gleich nach dem Rauchen einige Ideen mitbrachte.
Die Gänge waren längst nicht mehr so voll, wie noch am Tag zuvor, dafür gab es aber einige, die tatsächlich mit richtig schicken Kostümen aufschlugen.
Der Feierabend kam dann viel zu schnell. Die Messe war vorbei und ich musste mich von allen verabschieden. Ein Thema, was ich gar nicht gerne mag, besonders, da es alle, wirklich alle Werkzeugsler geschafft haben eine super Atmosphäre das ganze Wochenende zu versprühen. Niemals kam Hektik auf, niemals schlechte Laune und sollte es doch mal so gewesen sein, haben sie es sich nicht anmerken lassen. Vielen Dank euch allen für ein unvergessliches Wochenende. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder bei euch dabei.
Liebe Grüße,
Ann-Kathrin